Gewisse Jahre prägen einen Verband mehr als andere. 2025 war eindeutig ein solches Jahr.

Es war geprägt von wichtigen Wechseln innerhalb unserer Struktur, von zahlreichen Herausforderungen für die Branche und von einer vertieften Reflexion über unsere berufliche Zukunft und unsere Anpassungsfähigkeit an die zu erwartenden Entwicklungen.

In einem immer komplexeren Umfeld bleibt unsere Rolle unentbehrlich: die Interessen unserer Unternehmen vertreten, unsere Mitglieder betreuen und die Zukunft unseres Sektors vorbereiten.

Nach dem Weggang unseres ehemaligen Direktors am 1. Mai 2025 befand sich unser Verband in einer wichtigen Übergangsphase, in der die Kontinuität und die Weiterführung seiner Tätigkeiten sichergestellt werden mussten.

Die Rekrutierung führte uns rasch vor Augen, wie schwierig es heute ist, Profile zu finden, welche die zahlreichen Kompetenzen vereinen, die von der Funktion einer Verbandsdirektion verlangt werden. Management, Unternehmungsführung, menschliches Verhalten, wirtschaftliches Verständnis, Beherrschung der administrativen Abläufe und Kenntnisse vor Ort sind unverzichtbar, um eine Institution wie die unsere zu führen.

Um diese Rekrutierung seriös und professionell durchzuführen, liess sich der Vorstand während des gesamten Verfahrens von einem professionellen Personalvermittlungsagentur begleiten. Über dreissig Kandidaturen sind eingereicht worden. Das zeugt einerseits vom Interesse für diese Funktion, andererseits aber auch vom Anforderungsprofil für diese Stelle.

Nach mehreren Analyse- und Auswahletappen wurden fünf Kandidaten für die abschliessende Phase ausgewählt. Anschliessend wurden zwei Personen zu einem Gespräch mit dem gesamten Vorstand eingeladen.

Der abschliessende Entscheid wurde nach reiflicher Überlegung, zahlreichen Gesprächen und Diskussionen gefällt. Wir wollten eine Person finden, die nicht nur das Alltagsgeschäft des Verbands sicherstellt, sondern diesen auch in seiner künftigen Entwicklung begleitet.

Nach Abschluss des Verfahrens sprach sich der Vorstand für Chiara Meichtry-Gonet als Direktorin des WBV aus.

Heute sieht die neue Organisation folgendermassen aus:

  • Chiara Meichtry-Gonet leitet die Direktion;
  • Anthony Lamon versieht die Funktion des Stellvertretenden Direktors/Verantwortlichen für den rechtlichen Bereich;
  • Coline Michellod verwaltet die Kassen;
  • Kilian Lötscher ist für den Bildungsbereich zuständig.

Mit dieser neuen Organisation kann unser Verband die Zukunft mit zusätzlicher Stabilität, Kontinuität und Planungssicherheit in Angriff nehmen.

Der Vorstand und die Direktion waren ebenfalls von den Dossiers in Zusammenhang mit unseren Sozialkassen stark gefordert. Dies betraf insbesondere die PKBW, die RETABAT, den paritätischen Fonds und das Krankentaggeld.

Das vergangene Jahr war auch geprägt vom Beschluss, sich Ende November vom Verwalter der Kassen zu trennen. Dieser Entscheid wurde nicht auf die leichte Schulter genommen. Er erforderte eine vertiefte Reflexion, zahlreiche Diskussionen und die Übernahme von Verantwortung.

Die einfachste Lösung hätte sicher darin bestanden, mit der gleichen Arbeitsweise weiterzufahren. Aber wir waren überzeugt, dass gewisse Entwicklungen nötig waren, um in der Verwaltung unserer Institutionen mehr Transparenz, Strenge und Planungssicherheit zu garantieren.

Der Vorstand und die Direktion waren gefordert und mussten sich aus ihrer Komfortzone begeben.

Um unsere Strukturen und Managementprozesse vertieft zu analysieren, wurde ein Audit in Bezug auf unsere Funktionsweise durchgeführt. Aufgrund dieser Arbeit konnten mehrere Verbesserungsmöglichkeiten aufgedeckt werden. Zudem wurden mit den Räten der verschiedenen Kassen zahlreiche Prozesse verstärkt.

Eine bedeutende Arbeit wurde unternommen, um insbesondere folgende Elemente zu verbessern:

  • die Qualität der Überwachung,
  • die Zuverlässigkeit der Managementinformationen,
  • die Kontrollverfahren,
  • die strukturierte Überwachung der Debitoren.

Im Rahmen der PKBW haben wir zudem eine Immobilienkommission geschaffen, um das Management eines Immobilienbestands im Wert von mittlerweile über 300 Millionen Franken weiter zu professionalisieren.

Längerfristig soll eine Strategie mit einer nachhaltigen, strukturierten Vision entwickelt werden, die an die grosse Verantwortung für diese Vermögenswerte angepasst ist.

Gleichzeitig müssen wir weiterhin unsere Informatik modernisieren. Das aktuelle Managementsystem entspricht nicht mehr vollumfänglich den modernen gesetzlichen Anforderungen und den aktuellen Bedürfnissen in Bezug auf Führung und Transparenz.

Wir brauchen deshalb Instrumente, die zuverlässige Informationen liefern, eine bessere Nachverfolgbarkeit gewährleisten und ein modernes und sicheres Management ermöglichen.

Die Gesamtheit dieser Projekte ist für unseren Verband eine grosse Baustelle. Aber diese Entwicklungen sind für ein modernes, strenges und nachhaltiges Management unserer Institutionen unerlässlich.

Gleichzeitig entwickelt sich unsere Branche in einem immer anspruchsvolleren und instabilen Umfeld ständig weiter.

Seit mehreren Jahren folgt eine Krise auf die andere: Covid-Pandemie, geopolitische Spannungen, Krieg im Nahen Osten und die daraus entstehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten.

In diesem Kontext sehen sich unsere Unternehmen von den steigenden Material-, Energie- und Transportkosten sowie dem zunehmenden administrativen Aufwand weiterhin stark belastet. Die technischen Anforderungen steigen, die rechtliche Verantwortung wird grösser und der Preisdruck bleibt extrem stark.

Unsere Unternehmen müssen heute fähig sein, sich rasch an die manchmal unvorhersehbaren wirtschaftlichen Realitäten anzupassen und gleichzeitig die Qualität, die Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Leistungen beizubehalten.

Abgesehen von den wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekten bleibt die Ausbildung eine der grossen Herausforderungen für die Zukunft unserer Branche.

Gaëtan Reynard

Präsident

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