Lobbying

Der WBV stärkte und belebte die Partnerschaften während des ganzen Jahres. Die Treffen und Aktionen konzentrierten sich wieder auf kleine, besser definierte Gruppen von Ansprechpartnern und es wurden präzise Anträge formuliert. Der Vorstand will seine Lobbyingpolitik grundlegend überarbeiten und die Direktion arbeitet gegenwärtig an der Erneuerung der Strategie und der notwendigen Instrumente, wobei angesichts der erwarteten Ergebnisse der Grundsatz eines massvollen finanziellen Einsatzes angewandt wird.

Der WBV und seine Partner

SBV

Erstmals in seiner Geschichte könnte der SBV von einem Walliser Vertreter geleitet werden. Manfred Schmid, seit 2024 Vizepräsident des WBV, stellte seine Kompetenzen, sein Netzwerk, seine politische Erfahrung, seinen Willen und seinen kämpferischen Geist als Unternehmer der Region Romandie zur Verfügung, die ihn als Kandidat der gesamten Region für das Präsidium unseres nationalen Dachverbands vorschlug. Der WBV ist stolz auf diese Kandidatur, die auch auf eine wirkliche Veränderung hoffen lässt. Neben Manfred Schmid stellen sich noch zwei andere Kandidaten zur Verfügung, was für die Gesundheit und die Attraktivität des Dachverbands eine gute Nachricht ist: Christian Wasserfallen, gegenwärtig Präsident von Infra, seit über 20 Jahren Nationalrat und Mitglied des Zentralvorstands, sowie Martin Keller, Direktor von Sika Bau, vorgeschlagen von der Sektion Aargau. Die erste, entscheidende Runde wird am 27. Mai 2026 an der Delegiertenversammlung stattfinden. An dieser Versammlung wird der Kandidat bestimmt, welcher der Generalversammlung des Verbands am 26. Juni 2026 in Sursee vorgeschlagen wird.

Manfred Schmid führte in der ganzen Schweiz bei allen Sektionen und Berufsgruppen des SBV eine energische Kampagne.

Die Delegierten müssen bestimmen, ob «ein Politiker, ein Verkäufer oder ein Unternehmer» den SBV in den kommenden Jahren leiten wird. Es handelt sich nicht nur um die Wahl einer Person oder eines Profils: Es handelt sich vielmehr um eine strategische Entscheidung für die Zukunft. Wie soll der SBV aussehen? Welche Leistungen, welche Organisation und welche Struktur werden die Interessen aller Arten von Unternehmen am besten vertreten können? Wie werden unsere Institutionen, unsere Impulse und unsere Besonderheiten behandelt? Wie wird sich unsere nationale Organisation in Bezug auf die Vertretung der Sozialpartnerschaft, die Ausbildungsqualität, die Unterstützung der Unternehmen bei ihrem täglichen Kampf gegen die administrative Belastung, die schleppenden Entscheidungsverfahren, die Materialengpässe, die Dauer der Baustellen, den Mangel an Nachwuchs und qualifizierten Arbeitskräften positionieren? Wir kennen Manfred Schmid, seine Sensibilität und seine Realität als Unternehmer in einer besonderen Region. Wir konnten während dieser Kampagne feststellen, dass er die Fähigkeiten besitzt, seine Vision für die Zukunft mit Mut, Einsatz und Respekt zu vertreten.

Beim Verfassen dieses Berichts ist der Ausgang der Wahl noch nicht bekannt. Aber bei der Arbeit für diese Kampagne kamen die aktuellen Risse zwischen den Regionen und dem SBV klar zum Ausdruck. Es handelt sich insbesondere um die übermässige Zahl von zentralisierenden Richtlinien, den immer offensichtlicher fehlenden Willen zur strategischen Transparenz und die Taubheit gegenüber den Anträgen, sogar wenn es sich nur um die legitimen Informationsbedürfnisse der Westschweizer Sektionen im Allgemeinen und der Walliser Sektion im Besonderen handelt.

Es muss festgestellt werden, dass der SBV seit einigen Jahren Zwecke und Ziele verfolgt, die weit von denjenigen der Basis entfernt sind. Ultraliberale Auffassung, starre Ideologie, übermässige Strukturierung, Vervielfachung der Projektgruppen ohne klare Richtung (oder nur als Alibiübung): Der Politik des SBV fehlt es vor allem an Transparenz.

Der hochgelobte Masterplan führte bisher nur zu Komplikationen, fehlender Übersicht für die Personen in Ausbildung, die Experten und alle Lehrbetriebe. Die katastrophalen und komplexen Verhandlungsstrategien führten unverständlicherweise beinahe zu einem vertragslosen Zustand. Der schwachen Führung fehlte die politische Antizipation, sodass keine ihrer Aktionen überzeugen konnte. Obwohl sie bekämpft wurden, mussten sie schliesslich erduldet werden. Künftig werden sie abgelehnt. Andere, regionale und lokale Lösungen zeichnen sich ab. Vereinfachungen werden erwartet, Klärungen werden gefordert und die Bündelung der Kräfte ist mehr als nur eine Notwendigkeit.

Von der Förderung der Berufe über die Umsetzung des Ausbildungsplans bis hin zur politischen Kommunikation ist eine radikale Veränderung nötig.

Für die Zukunft unserer Branche ist es Zeit, der Stimme der Westschweiz mit «Mut und Einsatz» Gehör zu verschaffen.

Region Romandie

Als notwendiges Gegengewicht versuchte die Region Romandie unter dem Vorsitz der Freiburger Sektion ihre Aktionen zu strukturieren. Dabei konzentrierte sie ihre Bemühungen auf die Koordination der Ausbildung, der Strukturen und der Kommissionen in Zusammenhang mit diesem Bereich.

Als Mitglied des Büros brachte der Präsident des WBV konstant die Erwartungen der Walliser Unternehmer ein. Gleichzeitig stellte er der Branche im Bereich der Ausbildung die Erfahrungen und die bemerkenswerten Innovationen im Wallis zur Verfügung.

Die heterogene Region Romandie befindet sich noch in der Organisationsphase, wobei jedoch die regionalen Unterschiede respektiert werden. Die schwierige Umsetzung des neuen nationalen Gesamtarbeitsvertrags zeigt zahlreiche Probleme auf. Schwierig ist auch die Übernahme der neuen nationalen Richtlinien durch die verschiedenen Ausbildungszentren.

Gegenwärtig werden effizientere Koordinationssysteme geprüft. Ausserdem ermöglichen die regelmässigen Treffen die Abstimmung der Positionen und das gemeinsame Angehen der Herausforderungen. In nächster Zeit müssen wir uns für die Beibehaltung der Ausbildungsqualität der Baumaschinenführer einsetzen, die durch die liberale und eigenartige Politik des SBV in Gefahr gerät. Ausserdem müssen wir in den laufenden Arbeiten unser Gewicht für eine Totalrevision der EKAS-Norm einbringen. Vor einigen Jahren war es bereits schwierig, über die Struktur K-BMF eine Harmonisierung einzuleiten. Und jetzt ist sie existenziell bedroht …

Die Region Romandie nimmt in diesem notwendigen Kampf ihren Platz ein und der WBV versucht, seine Stimme so effizient wie möglich einzubringen. Er hat deshalb darauf verzichtet, 2027 für den Vorsitz der Region zu kandidieren: Damit sollen die Stabilität und die Kohärenz mit seinen seit einigen Jahren durchgeführten Aktionen garantiert werden.

bauenwallis

Die Entwicklung von bauenwallis ist konstant. Der Verband setzt sich weiterhin dafür ein, für alle Entscheidungsträger und die Politik zum einzigen Ansprechpartner zu werden. Der Verband kann auf ein parlamentarisches und administratives Netzwerk zählen. Künftig wird er in den meisten Gremien mitarbeiten, die sich mit der kantonalen Wirtschaft oder einem Thema befassen, das für die Bauwirtschaft von Interesse ist. Seine Aktion ist auf zehn zentrale Punkte konzentriert, mit denen die Vorschläge der Branche vertreten werden. Der Verband arbeitet lösungsorientiert. Er gewährleistet eine Überwachung der Gesetzgebung auf kantonaler Ebene und leitet die Walliser Anliegen an seine Ansprechpartner bei bauenwestschweiz und bauenschweiz weiter.

So beteiligte sich der Verband an der Ausarbeitung des Vorentwurfs der Revision des kantonalen Umweltschutzgesetzes und trug damit zur Wahrung der Interessen der Bauwirtschaft bei. Er setzte sich ebenfalls für den Erhalt eines hohen Investitionsniveaus zugunsten der energetischen Sanierungen ein, auch nachdem das Schweizer Volk der Abschaffung des Eigenmietwerts zugestimmt hatte.

Immer im Hinblick auf die Förderung der Voraussetzungen für eine kohärente und sachdienliche professionelle Sanierung der Bausubstanz setzte sich bauenwallis weiterhin für die Umsetzung des neuen Energiekompetenzzentrums für energetische Sanierungen ein, das gemeinsam von allen Sanierungsakteuren im Wallis, vom Staat Wallis und von der HES-SO Valais-Wallis lanciert worden war.

Der Vorstand von bauenwallis bestätigte sein Vertrauen in den WBV, indem er ihm weiterhin die Leitung seines Sekretariats anvertraute. Anthony Lamon, Stellvertretender Direktor, übernahm die Aufgabe des Generalsekretärs, während die Delegiertenversammlung Frédéric Debons zum Präsidenten wählte. Er ist seit 2022 Vorstandsmitglied des WBV und arbeitet seit 2023 im Vorstand von bauenwallis mit.

Kommunikation

Der WBV richtete seine Kommunikation neu aus und verstärkte die bestehenden Instrumente, um Stabilität, Kohärenz und Einheitlichkeit der Botschaften zu gewährleisten. So erhielt das Magazin «gemeinsam bauen» ein neues Format. Es wird künftig zweimal pro Jahr erscheinen und ist frischer, modulierbarer und wirkungsvoller gestaltet. Jedes Thema kann visualisiert werden und das Magazin bietet ausserdem wiederkehrende Rubriken. Der Erfolg des Magazins ist nicht zu leugnen. Es profitiert heute von einer zunehmenden Bekanntheit. Nach dem Erscheinen jeder neuen Auflage wird das Magazin durch die regelmässige Veröffentlichung der Artikel in digitaler Form breit gestreut.

Mindestens zweimal pro Monat erscheint ein neuer Beitrag auf dem Blog der Website. Darin werden zahlreiche Themen wie die Einführung innovativer Techniken, die Überwachung besonderer Arbeiten oder der Einzug der zeitgemässen Kunst auf den Baustellen behandelt.

Schliesslich wurde die Partnerschaft mit der Sendung von Canal 9 – Kanal 9 zur Zufriedenheit beider Parteien fortgesetzt. Ein neues Produktions- und Redaktionsteam ermöglichte eine neue Dynamik. Beibehalten wurden die Sorge zum Detail und die Präzision, welche für die Realisierung von professionellen Themen unerlässlich sind.

Überwachung der Gesetzgebung

Aushubmaterial: der unendliche Teufelskreis

Der WBV setzt sich weiterhin voll für die Lösung der Problematik der Verarbeitung des Aushubmaterials und im weiteren Sinn für das Management der Mineralstoffe und des Erdmaterials ein.

Die bei der Revision des kantonalen Baugesetzes und seiner Verordnung eingeführten Instrumente genügen nicht. Der Grosse Rat wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Verordnung nicht unbedingt dem Willen des Gesetzgebers entspricht, insbesondere und hauptsächlich in Bezug auf die eingeführte Erleichterung betreffend die sogenannten Mindestmengen.

Unabhängig davon, ob der Gesetzgeber interveniert oder nicht, belastet das Problem weiterhin die Tätigkeit der Unternehmen und die Relevanz des allgemeinen Managements eines sauberen Materials, das nicht auf einer Deponie, auch nicht des Typs A, gelagert werden dürfte.

Gleichzeitig fehlen immer mehr Standorte zur Lagerung oder Verwertung der Materialien, sodass die Unternehmen teure Alternativlösungen suchen müssen.

Künftig wählt der WBV die Strategie eines direkten Dialogs mit den Gemeinden mittels einer gezielten Kommunikation. Die Koordination mit dem Kanton und den Entscheidungsträgern bleibt unentbehrlich, aber ihre «Vorteile» sind begrenzt, was auf kantonaler Ebene zu einer vollständig blockierten Situation führte.

Das Thema wird den WBV weiterhin stark beschäftigen: Wir schlagen Lösungen vor, wir suchen nach Möglichkeiten zur Aufwertung, einschliesslich der wirtschaftlichen Aufwertung, wir bauen unablässig auf einem Dialog auf, den wir als fundiert betrachten. Und wir werden nicht nachlassen, uns mit diesem Thema zu befassen. Im gleichen Sinn verfolgte der WBV über bauenwallis aufmerksam die Arbeiten für die Redaktion des Vorentwurfs der Revision des Umweltschutzgesetzes und versuchte, die Folgen für die Branche zu minimieren.

Raumplanung – die grosse Herausforderung

Die Raumplanung beinhaltet in der Schweiz und besonders im Wallis alle künftigen Herausforderungen: Nutzung der Talebene, Notwendigkeit der Verdichtung, durchdachte Entwicklung, Beibehalt der Aufwertungsbedingungen der traditionellen Bauzonen, gesetzlicher Rahmen im Hinblick auf die Einführung harmonisch integrierter wirtschaftlicher Tätigkeiten usw. Wenn die Diskussionen von komplexen technischen Begriffen beherrscht werden oder wenn sie sich auf die Aufteilung der Kompetenzen zwischen Gemeinden und Kantonen beschränken, können die vorgeschlagenen Lösungen nicht konkret und zum Nutzen der gesamten Bevölkerung umgesetzt werden.

Die vor Kurzem abgeschlossene Revision des kantonalen Richtplans betrifft hauptsächlich nationale gesetzliche Änderungen und den Willen zur Klärung der Kompetenzen der Entscheidungsbehörden.

Die wirklichen wirtschaftlichen Interessen werden anhand der aktuellen Realität berechnet. Wahrscheinlich berücksichtigen sie die unbestreitbare gesellschaftliche Entwicklung und die unvermeidlichen Umwälzungen, wie namentlich diejenigen in Zusammenhang mit dem Klimawandel und den damit verbundenen zerstörerischen Auswirkungen auf unsere Gebirgsregion nur ungenügend.

Die gepriesene Klärung ist sicher willkommen. Sie ermöglicht eine gewisse Voraussicht. Aber es sind noch keine Instrumente für die Begleitung der Änderungen vorgesehen – zumindest wurden sie noch nicht kommuniziert. Und der erhöhte Druck auf die Gemeinden wird nur bescheidene Hoffnungen wecken. Die legitimen Interessen unserer Branche betreffend die Wirtschaftsförderung müssen von der öffentlichen Politik gehört und ohne Kompromisse berücksichtigt werden!

Rechtsschutz: eine Säule der Nähe und Fachkompetenz

Die Anstellung von zwei Juristinnen Ende 2024, die sich mit der Kontrolle und Umsetzung der Gesamtarbeitsverträge befassen, ermöglichte eine Konzentration der Bemühungen des Stellvertretenden Direktors auf die Betreuung der Unternehmen in rechtlicher Hinsicht.

Die Nähe wurde gestärkt, und die Konstanz der gemeldeten und entweder direkt oder von der Rechtsschutzversicherung behandelten Fälle deutet darauf hin, dass diese Dienstleistung von den Mitgliedern geschätzt wird und sie in ihrer täglichen Praxis unterstützt.

Der Vertrag mit der Versicherung wurde neu verhandelt. Er ist nun vollständiger und ermöglicht die selbstbewusste Behandlung der wichtigsten Fälle. Gegenwärtig wird eine strukturiertere Betreuung geprüft, um diese Leistung noch zu verbessern, die unserer Ansicht nach für unsere Mitglieder unentbehrlich ist.

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