Wirtschaftliche Situation

Das Wallis und die Bauwirtschaft innerhalb des Westschweizer BIP

Aufgrund der extremen Schwankungen der aktuellen Situation zeigen sich die Westschweizer Kantonalbanken, das Institut Quantitas/HES-SO und das Forum des 100 von Le Temps in der neuen Ausgabe des Westschweizer BIP bei ihren Prognosen für das Jahr 2026 sehr vorsichtig. Die Experten bestätigen jedoch, dass die Westschweizer Wirtschaft im Vergleich zur gesamten Schweizer Wirtschaft sehr solide und widerstandsfähig ist.

Im Jahr 2025 zeigten sich erste Anzeichen einer Abschwächung der Konjunktur, obwohl die Situation unsicher bleibt. Die Wachstumsprognosen für die Schweiz und die Westschweiz wurden nach unten korrigiert. Die Auswirkungen des neuen, von den Vereinigten Staaten aufgezwungenen Zollrechts und des Rückgangs der Exportwirtschaft waren noch nicht vollständig erkennbar. Die Nachfrage innerhalb der Schweiz bleibt solide. Die Lager in den Vereinigten Staaten sowie der Rückgriff auf Kurzarbeit in bestimmten Fällen ermöglichen teilweise und vorübergehend die Abfederung der Auswirkungen der höheren Zollgebühren für den Import. Zudem hatte die Industrie aufgrund der fehlenden Dynamik der Weltwirtschaft bereits seit einigen Jahren mit Problemen zu kämpfen.

Die Bauwirtschaft erholt sich von der Preissteigerung der Materialien und der Energie in den letzten Jahren und profitiert von einer immer noch soliden demografischen Dynamik in der Westschweiz mit einer Zunahme der ständigen Bevölkerung um 1,2% im Jahr 2024 und rund 1% im Jahr 2025, die zu einer entsprechenden Nachfrage nach Wohnraum führt. Nach zwei negativen Jahren stieg der Mehrwert der Branche um 0,3%. Die Bauwirtschaft ist jedoch weiterhin mit einem Mangel an Arbeitskräften und einem Druck auf die Margen konfrontiert. Trotz der Demografie und der Nachfrage bleibt der Wohnungsbau beschränkt. Der Prozentsatz der leeren Wohnungen sank von 1,1% im Jahr 2024 auf 1,0% im folgenden Jahr. Der Mehrwert der Branche sollte bis Ende 2025 um 1,4% und bis Ende 2026 um 1,3% steigen.

Die Kantone der Romandie in Zahlen – ein Vergleich mit der Romandie und der Schweiz

Bevölkerung
2024
Fläche (km²)Einwohner/km²
Freiburg346’6741’671207
Genf531’1022821’880
Jura74’84083989
Neuenburg179’518803224
Wallis371’2885’22471
Waadt855’1063’212266
Westschweiz2’358’52812’032196
Schweiz9’051’02941’285219
Nominales
BIP* 2024 (in Mio. CHF)
Nominales BIP*
pro Kopf (CHF)
Vollzeitäquivalente
(VZÄ, 2024**)
Nominales
BIP*/VZÄ (CHF)
Freiburg23’30767’231127’602182’654
Genf64’166120’816334’123192’043
Jura6’23483’29538’352162’541
Neuenburg20’280112’97092’841218’439
Wallis23’61863’612155’899151’498
Waadt68’99780’689405’343170’219
Westschweiz206’60387’5981’154’161179’007
Schweiz853’65394’3164’437’950192’353

*Nach Steuern, abzüglich Subventionen
** Schätzung

Vergleich des Bevölkerungsanteils und des Anteils am BIP nach Kanton

In %
Nominal, nach Steuern, abzüglich Subventionen
Mitte der Grafik: Anteil an der Bevölkerung
Rand: Anteil am BIP

Innerhalb der Romandie verfügt jeder Kanton spezifische Eigenschaften. Im Kanton Wallis zum Beispiel hat der Sekundärsektor im kantonalen BIP noch eine grosse Bedeutung [30,1%]. «Im Vergleich zum Westschweizer Durchschnitt sind Chemie- und Pharmaindustrie [12,8%], Energieproduktion [4,8%] und Bauwirtschaft [6,7%] stärker vertreten.»

Gemäss der erwähnten Studie profitierte die Walliser Wirtschaft in den vergangenen Jahren insbesondere von der Entwicklung der Chemie- und Pharmaindustrie. Auch Handel, Finanzdienstleistungen, Dienstleistungen für Unternehmen und Immobilientätigkeiten trugen zum Wachstum im Kanton bei. Die Demografie war mit einer Zunahme der Bevölkerung um 10,6% zwischen 2015 und 2024 dynamisch. Die Arbeitslosenquote im Kanton [2,7% im Jahr 2024, 2,9% im September 2025] liegt unter dem Westschweizer Durchschnitt. Im Jahr 2024 stagnierte das BIP im Wallis. Das Wachstum dürfte im Jahr 2025 rund 1,7% und im Jahr 2026 rund 0,6% betragen.

Chemisch-pharmazeutische Industrie und Energiesektor

Aufschlüsselung des Walliser BIP (Durchschnittswerte 2015–2024, Mitte = Branchen, Rand = Sektoren)

Sektoren

Branchen

Der Kanton Wallis weist ein etwas besonderes Profil auf. Sein Ruf als Tourismusdestination spiegelt sich in einem überdurchschnittlich hohen Anteil des Gastgewerbes (3,9%) wider. Ein weiteres Merkmal ist der hohe Anteil des sekundären Sektors (30,1%) im kantonalen BIP. Die chemisch- pharmazeutische Industrie (12,8%), die Energieerzeugung (4,8%) und das Baugewerbe (6,7%) sind im Vergleich zum Westschweizer Durchschnitt stärker vertreten.

Die Walliser Wirtschaft profitierte in den letzten Jahren insbesondere von der Entwicklung der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Auch der Handel, die Finanzdienstleistungen sowie Unternehmensdienstleistungen und Immobilienaktivitäten trugen zum Wachstum bei. Die demografische Entwicklung war dynamisch, mit einem Bevölkerungswachstum von 10,6% zwischen 2015 und 2024. Der Kanton weist eine Arbeitslosenquote (2,7% im Jahr 2024, 2,9% im September 2025) auf, die unter dem Westschweizer Durchschnitt liegt. Das BIP des Wallis stagnierte im Jahr 2024. Das Wachstum könnte 2025 wieder auf 1,7% ansteigen und 2026 bei 0,6% liegen.

Vergleich der Entwicklung der chemischpharmazeutischen Industrie und des BIP der Romandie und des Wallis (Realwerte)

*Prognosen

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