Paritätischer Fonds
Der vom WBV verwaltete paritätische Fonds verfügt über kompetente Organe, um die Prioritäten in Bezug auf die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlten Beiträge und die finanzielle Situation festzulegen. Das Büro wurde auf Vorschlag des WBV Ende 2024 eingerichtet. Es besteht aus zwei Arbeitgebervertretern und zwei Gewerkschaftsvertretern. Das Büro traf sich alle zwei Monate, um die lancierten Projekte zu verfolgen und eine Strategie zur Überwachung der Entwicklung auszuarbeiten.
Die Institution lancierte mit der vollständigen Überarbeitung ihrer Organisation eine wichtige Veränderung. Das Zentrum PASEC in Siders wurde umfassend renoviert. Künftig kann es unter seinem neuen Namen Campus Bau und Sicherheit Studierende, Kandidaten und Lernende unter den besten Bedingungen aufnehmen.
Die neue Kommunikationsstrategie unterscheidet klar zwischen Zielen und Zielpublikum, passt die Botschaften entsprechend an und baut innovative Synergien auf, damit die Angebote einfacher vermittelt werden können.
Das SECO führte auf nationaler Ebene neue Richtlinien ein. Damit sollen die paritätischen Fonds dazu angehalten werden, ihre Tätigkeit wieder auf die Unterstützung der Berufsbildung und die Kontrolle der Umsetzung der Gesamtarbeitsverträge zu konzentrieren. Diese Richtlinien wurden analysiert und ihre Auswirkungen evaluiert. Mit dem Ziel der Antizipation sicherte sich der WBV neue Finanzkompetenzen, um eine engagierte Überwachung dieser komplexen administrativen Realität sicherzustellen.

Angebote und Entwicklung der Bildung
Die neuen, auf Schweizer Ebene zentralisierten Berufsbildungen, schlossen gerade ihren ersten Zyklus ab oder schliessen ihn gegenwärtig ab. Diese Umwälzung weckt keine grossen Hoffnungen. Das neue System ist ausgerichtet auf Ergebnisse, Geschwindigkeit und Erfahrung. Es stellt die Qualität und die Kompetenzen der Kandidaten in den Hintergrund.
Die Prüfungen sind auf nationaler Ebene standardisiert. Leider muss festgestellt werden, dass diese Vereinheitlichung, die auch im Bewertungssystem angewandt wird, viel Unsicherheit mit sich bringt. Sowohl die Kandidaten als auch die an der Ausbildung beteiligen Unternehmen reagieren mit Unverständnis auf dieses System.
Die Westschweizer Sektionen und ihre Schulen müssen sich zusammentun, um nach Möglichkeit die legitimen Erwartungen unserer Mitglieder und der Unternehmen geltend zu machen. Die bei der Ausarbeitung des neuen Systems angebrachten Bemerkungen beruhten auf fundierten Evaluationen der Risiken. Leider sind diese Hürden heute Realität und die von unserem Bildungssystem so hoch gelobte Qualität ist geschwächt.
Dieselben Sorgen in Bezug auf einen Qualitätsverlust – und entsprechend in Bezug auf die Beschäftigungsfähigkeit – bestehen mit der laufenden Reform der Ausbildung der Baumaschinenführer, und zwar im Hinblick auf die Anforderungen. Mit der Vereinheitlichung bezweckt die K-BMF auf nationaler Ebene eine höhere Qualität. Sie wird jedoch unverständlicherweise vor allem von Kreisen aus der Deutschschweiz stark angegriffen. Auch hier muss der gesunde Menschenverstand, der Erhalt eines spezifischen Ausbildungsniveaus und die Qualität des Unterrichts geltend gemacht werden. Im Wallis wird der Grundsatz eines obligatorischen kantonalen Führerausweises nicht infrage gestellt. Aber man darf in Bezug auf die Anerkennung der erworbenen Kenntnisse die Anforderungen nicht senken.
Die Berufe der Bauwirtschaft befinden sich in ständiger Veränderung und die Anforderungen für den Einstieg ins Berufsleben sind bedeutend gestiegen. Die Technisierung des Berufs, die Integration neuer Technologien sowie die erforderlichen Kenntnisse in Mathematik, Geometrie und Raummanagement führen dazu, dass der Zugang für einen Teil unserer Jugend schwieriger wird. Diese Entwicklung hat leider zur Folge, dass gewisse Kandidatinnen und Kandidaten trotz grosser Motivation nicht über die notwendigen Grundkenntnisse verfügen und Lehrstellen deshalb nicht besetzt werden können.

Ständig werden neue berufliche und akademische Ausbildungsangebote geprüft. Deshalb ist es wichtig, den interessierten Personen eine Zukunft und Karriereaussichten in der Bauwirtschaft zu garantieren.
Die Berufsbildung befindet sich in ständigem Wandel, um sich an die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Anforderungen anzupassen. Die Bauwirtschaft bildet dabei keine Ausnahme: Sie muss innovativ sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und gleichzeitig Leistungen von hoher Qualität garantieren, die den neusten technischen Fortschritten entsprechen. Die Sicherheit bleibt in allen Ausbildungsetappen ein zentrales Element.
An dieser Stelle sind die bedeutenden Anstrengungen zur Koordination mit dem Staat Wallis zu betonen. Es besteht ein konstanter Dialog und eine aufmerksame gegenseitige Zuhörbereitschaft.
Im Rahmen unserer Bemühungen zur Rekrutierung des Nachwuchses werden im Jahr 2026 zwei grössere Projekte umgesetzt:
Das Programm PvB [Programm der vorübergehenden Beschäftigung] wird in Partnerschaft mit dem Staat seit dem 1. Juli 2025 angeboten. Arbeitslose Personen können eine spezifische Ausbildung von 40 Tagen absolvieren, die auf den Bereich der Bauwirtschaft ausgerichtet ist. Das Programm beinhaltet ebenfalls eine Evaluation der Kompetenzen und ermöglicht den Teilnehmern ein attraktives Profil für eine Anstellung. Bei diesem Projekt gibt es nur Gewinner: Die Arbeitslosenkasse investiert in die Ausbildung und unsere Branche profitiert von besser ausgebildeten und für eine Anstellung besser geeigneten Arbeitnehmern. Im Programm sind ebenfalls die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Sicherheitsanweisungen enthalten. Das bedeutet sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Unternehmen einen Mehrwert und erleichtert den Zugang zu den Baustellen.
Die vollständige Digitalisierung des Ausbildungsangebots sowie die Managementsupports werden ab dem 2. Semester 2026 zur Verfügung stehen. Dieses riesige Projekt wird es den Kandidaten ermöglichen, sich in Echtzeit anzumelden, einen Teil der Kurse online zu absolvieren – der Unterricht wird immer noch vor Ort erfolgen, aber im Hinblick auf eine integrierte Pädagogik ist es wichtig, einen digitalen Support vorzusehen – und im eigenen Rhythmus zu lernen. Das Team des Bildungsbereichs wurde verstärkt und die Kompetenzen wurden präzisiert. Es wird alles unternommen, um jeden Lehrgang bestmöglich zu betreuen und alle Erwartungen der Lehrbetriebe oder der Unternehmen, welche Teams für die eine oder andere Ausbildung anmelden möchten, zu erfüllen. Das System wird vollständig mit der neuen Buchhaltungssoftware verbunden sein, sodass die administrative Verwaltung sowohl für die Überwachung der Kandidaten als auch für die Unternehmen erleichtert wird.
Ausserdem begrüssen wir den bedeutenden Einsatz, der uns im Rahmen eines Pilotprojekts ermöglicht hat, ab Schulbeginn 2024 spezifische Kurse für Fremdsprachige im Oberwallis anzubieten.
Zwei Personen der Pilotklasse 2024–2025 begannen eine Ausbildung zum Maurer EBA. Auf den ersten Blick scheint das wenig zu sein, aber angesichts der geringen Zahl von Lehrabschlüssen handelt es sich um ein positives Zeichen.
Im neuen Schuljahr 2025–2026 nehmen sieben Personen an den Sprachkursen sowie an den Einführungen in die Sicherheit am Arbeitsplatz und am Fachrechnen teil. Im Jahr 2026 sollten nicht weniger als vier Ausbildungsverträge unterzeichnet werden.
Ab Schulbeginn 2026 sollten diese Kurse ebenfalls auf Französisch angeboten werden. Es handelt sich um eine Ergänzung, die den Kandidaten nicht nur den Zugang zu einer Ausbildung EBA oder EFZ, sondern über die Erwachsenenbildung auch zu einem Diplom gemäss Art. 32 ermöglicht.
Schliesslich fand am 14. November 2025 im Stockalperschloss die 2. Preisverleihung für die besten Abschlüsse statt. An diesem Fest zeichnete der WBV 26 Walliser Kandidaten für ihre ausgezeichneten Prüfungsergebnisse aus. Die Preise wurden für alle Karrierestufen der Bauwirtschaft verliehen.
Die Preisträger erhielten zudem vom paritätischen Fonds des Bauhauptgewerbes eine finanzielle Anerkennung.
Rund hundert Personen nahmen an der Feier teil, die im Zeichen der Geselligkeit und der Anerkennung stand.
Die 3. Auflage wird am 20. November 2026 in Sitten stattfinden.
